„1965 bis 2015. Deutschland – Israel“ – Ein Grund zum Feiern?

Flugblatt und Veranstaltungen des AK Nahost zur Leipziger Buchmesse 2015
.pdf-Version des Flugblatts

Die Militärangriffe auf Gaza im Sommer 2014: Bilder von Bombeneinschlägen, zerstörten Wohngebieten und verängstigten Flüchtlingen gingen um die Welt. Der israelische Staat hat im letzten Sommer das von ihm besetzte und belagerte palästinensische Gebiet des Gazastreifens bombardiert, ganze Stadtviertel und Flüchtlingslager dem Erdboden gleich gemacht und dabei über 2.000 Menschen getötet. Ist Gaza mittlerweile auch weitgehend aus der Berichterstattung verschwunden, sind diese Bilder im Gedächtnis der Öffentlichkeit geblieben.

„1965 bis 2015. Deutschland – Israel“ lautet der Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr. Dieser Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt: Sieben Monate nach dem Krieg in Gaza feiert die Leipziger Buchmesse die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen dem israelischen Staat und der Bundesrepublik.

Die inhaltliche Gestaltung des Messeschwerpunktes wurde an externe Partner abgegeben. Das Programm „1965 bis 2015. Deutschland-Israel“ wurde von der Botschaft des Staates Israel in Deutschland sowie dem Club Bertelsmann selbst ausgewählt, organisiert und auch mitfinanziert. Im Kontext der Ereignisse der letzten Monate wird deutlich, dass es bei der diesjährigen Buchmesse nur vorgeblich um israelische Literatur, um Amoz Oz und David Grossman, geht. Übergeordnetes Ziel des medienwirksamen Messeschwerpunktes ist die Rehabilitierung Israels in den Augen der deutschen Öffentlichkeit, um dessen angekratztes Image wiederherzustellen. Es geht darum, um bundesdeutsche Unterstützung einer Politik zu werben, die mittlerweile auch im eigenen Land mehr und mehr Kritiker findet.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung „Deutschland und Israel heute: Verbindende Vergangenheit, trennende Gegenwart?“ von Anfang 2015 zeigt, dass sich die Wahrnehmung Israels in Deutschland verschlechtert hat. Der Messeschwerpunkt ist als Teil einer Imagekampagne zu verstehen, die zum Ziel hat, die Bilder der Leichen aus Gaza vergessen zu lassen.

Wir möchten Sie auffordern, diesen Zusammenhang während Ihres Besuches der Buchmesse bewusst im Kopf zu behalten und kritisch die Inhalte zu hinterfragen, die in Form harmlos wirkender Literaturveranstaltungen ein Produkt gezielten Lobbyismus‘ darstellen.
Während die Buchmesse in Leipzig die Aufnahme der diplomatischen Beziehung zwischen Israel und der BRD feiert, findet in Brüssel eine andere Veranstaltung statt: Das internationale Russell-Tribunal verhandelt die israelischen Kriegsverbrechen in Gaza.

Wir möchten Sie sehr herzlich zu unseren Informationsveranstaltungen einladen:
Die Bundestagsabgeordnete Annette Groth spricht anlässlich des Russell-Tribunals über die Menschenrechtslage im von Israel besetzen Palästina und die Autorin und Wissenschaftlerin Susann Witt-Stahl über die deutsche Staatsräson und die Linke.

Donnerstag, 12. März 2015, 19.00 Uhr
„Menschenrechtsverletzungen in Palästina:
Das Russell-Tribunal zum Gaza-Krieg“
Hörsaal im Geisteswissenschaftlichen Zentrum
Beethovenstrasse 15, 04107 Leipzig (gegenüber der Universitätsbibliothek ‚Bibliotheca Albertina‘).
Facebook-Event
.pdf-Datei mit Plakat zur Veranstaltung
Freitag, 13. März 2015, 19.00 Uhr
Buchvorstellung mit Susann Witt-Stahl
„Antifa heißt Luftangriff“
Hörsaal im Geisteswissenschaftlichen Zentrum
Beethovenstrasse 15, 04107 Leipzig (gegenüber der Universitätsbibliothek ‚Bibliotheca Albertina‘).
Facebook-Event
.pdf-Datei mit Plakat zur Veranstaltung
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  1. Pingback: junge Welt: “»Man macht sich schuldig, wenn man schweigt« Veranstaltung in Leipzig thematisiert Verbrechen gegen Gaza” | Arbeitskreis Nahost Leipzig

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